Die Menschen entscheiden, wie und mit wem sie leben möchten, nicht der Staat. Der Staat entscheidet aber über die finanzielle Förderung. Und die ist bisher ungleich und ungerecht. Heute gibt der Staat mit dem bestehenden Drei-Klassen-System aus Kinderfreibetrag, Kindergeld und Kinderregelsatz Kindern aus wohlhabenden Familien mehr. Als Grüne wollen wir alle Kinder gleich gut unterstützen. Zugleich ist das heutige System ineffektiv, weil die Kinderarmut in Deutschland zunimmt. Es ist Zeit, die Kinderförderung vom Einkommen der Eltern zu entkoppeln, um so die Kinder- und Familienarmut abzubauen. Ungerecht ist die bestehende Familienförderung auch für Frauen: Sie werden durch das Ehegattensplitting gebremst, ihre Existenz eigenständig zu sichern. Unverheiratete Paare und Alleinerziehende werden völlig ausgeschlossen.
Als Grüne wollen wir alle Familien fördern, in denen Menschen Verantwortung füreinander und für Kinder übernehmen: Ehen mit Kindern, Alleinerziehende, Patchwork- und Regenbogenfamilien. Jedes Kind ist uns dabei gleich viel wert und jede Familie ein wertvoller Schatz unserer Gesellschaft. Kinder dürfen kein Armutsrisiko mehr sein und es darf nicht zu finanzieller Not führen, eine Familie zu gründen.
Damit die Familienförderung in Deutschland gerechter wird, lassen sich unsere Grünen Instrumente daher an vier Prämissen messen:
- Für Familienvielfalt: Wir fördern alle Familienformen gleich und stärken die Vielfalt der individuellen Entscheidung, wie die Bürger*innen zusammenleben möchten.
- Für die Gleichberechtigung: Wir stärken Frauen auf dem Weg zur selbständigen Existenzsicherung.
- Für die Entlastung von Familien: Wir entlasten Familien wirksam und unbürokratisch.
- Gegen Kinderarmut: Wir stärken Kinder und ihre Familie und bauen Familienarmut ab.
Die neue Kindergrundsicherung
Wir denken diese Prämissen zusammen und richten unsere Instrumente darauf aus. Um diese gesellschafts-, frauen- und familienpolitischen Ziele gemeinsam mit den Menschen zu erreichen, bieten wir ein neues Familienbudget an.
- Jedes Kind bekommt eine monatliche Kindergrundsicherung von 306 Euro – unabhängig vom Einkommen der Eltern. Das entspricht der Höhe des aktuellen höchsten Kinderregelsatzes. Mit dem höheren Kindergeld verbinden wir Verbesserungen beim Kinderzuschlag, der in bisheriger Maximalhöhe erhalten bleibt und ohne Höchsteinkommensgrenze von der Familienkasse automatisch ausgezahlt wird.
Damit wird die Gerechtigkeitslücke geschlossen.
Denn:
- Jedes Kind ist dem Staat gleich viel wert.
- Die Familienförderung erreicht alle Kinder.
- Die Kindergrundsicherung ist unabhängig vom Einkommen der Eltern.
- Die Kindergrundsicherung ist unabhängig von der Familienform.
- Die Kindergrundsicherung ist als „Kindergelderhöhung“ unbürokratisch.
- Die Benachteiligung unterer und mittlerer Einkommen wird beendet.
- Fast 800.000 Kinder werden aus der Armut geholt.
- Mehr als die Hälfte der Alleinerziehenden wird besser gestellt.
- Familien werden spürbar um acht Milliarden Euro entlastet.
- (Vorläufige Kostenschätzung. Detailliertes Fraktionsgutachten Ende Oktober)
- Alleinerziehende und Unverheiratete sowie Ehen und Partnerschaften, die mit dem neuen Recht eingegangen werden, werden individuell besteuert. Da Familien füreinander Verantwortung übernehmen, sollen die Grundfreibeträge übertragbar sein.
- Bestehende Ehen und Partnerschaften haben die Wahl, ob sie ebenfalls zu Individualbesteuerung und Kindergrundsicherung wechseln wollen oder das alte Recht mit Ehegattensplitting und Kindergeld behalten. Für diese Wahloption führen wir eine Günstigerprüfung durch das Finanzamt ein. Das bedeutet, das Finanzamt berechnet, ob das alte oder das neue Recht für die Familie die bessere Wahl ist. Die Familien entscheiden.
Das neue Recht ist familien- und geschlechtergerecht.
Denn:
- Es erkennt die Verantwortung an, die in Familien übernommen wird.
- Durch die Günstigerprüfung wird keine Familie schlechter gestellt als bisher.
- Der Bestandsschutz sichert Lebensentwürfe für bestehende Ehen und Lebenspartnerschaften.
- Es unterstützt Frauen auf dem Weg zur eigenständigen Existenzsicherung.
- Es setzt positive Erwerbsanreize.
- Die partnerschaftliche Verteilung von Erwerbs- und Familienarbeit wird gefördert.
Gesellschaftliche Ziele gemeinsam mit den Menschen erreichen
Wir Grüne stehen dafür, den Gleichklang zwischen materieller und institutioneller Förderung herzustellen. Um gesellschaftliche Teilhabe zu gewährleisten, brauchen Familien Geld, Zeit und gute Bildungseinrichtungen gleichermaßen. Zu diesem Gleichklang gehört, allen Familien – auch der breiten Mittelschicht – dieses Angebot zu machen.
Wir wollen den Systemwechsel weg vom ungerechten Ehegattensplitting und hin zur Kindergrundsicherung. Mit dem neuen Familienbudget gestalten ihn so, dass er für Familien attraktiv ist. Der soziale Zusammenhalt wird dadurch gestärkt, die Familienvielfalt zu fördern, Frauen zu stärken und die Kinderarmut wirksam abzubauen.
Verwandte Artikel
Zum Gedenken an Femizide im Bezirk
Gemeinsam mit den Fraktionen der SPD und der Linken hat unsere bündnisgrüne Fraktion im Bezirksparlament einen Antrag zum Gedenken an Femizide in Marzahn-Hellersdorf eingebracht und erfolgreich beschlossen. Hierfür sollen nach Femiziden an Bürgerämtern oder Rathäusern eine Figur oder eine lilafarbene Stele aufgestellt werden und somit Orte des Gedenkens für die Opfer geschaffen werden.
Nach Femiziden geht der Großteil der Bevölkerung schnell wieder zum Alltag über. Mit den Stelen oder Figuren soll das Gedenken und der Kampf gegen die Gewalt an Frauen im Alltag sichtbar werden. Erst im Januar diesen Jahres wurde in Marzahn wieder eine Frau Opfer eines Femizids, als ihr Ex-Partner sie laut Informationen des rbb mit Dutzenden Messerstichen ermordet haben soll.
weiterlesen »
Weiterlesen »
Wir stehen an der Seite der Ukraine
Im März 2022 haben unsere bündnisgrüne Fraktion zusammen mit anderen Fraktionen im Bezirksparlament in einer Resolution den Völkerrechtsbruch von Wladimir Putin aufs Schärfste verurteilt. Wir haben uns damals klar dafür ausgesprochen, dass Demokratie, Freiheit und das Selbstbestimmungsrecht der Völker nicht verhandelbar sind. Unsere damalige Resolution wollen wir nun – drei Jahre später – nochmal erneuern. Wir stehen fest an der Seite der Ukraine und sie muss in der Lage sein, sich zu verteidigen.
weiterlesen »
Weiterlesen »
Hundewiese für den Marzahner Norden
Im Marzahner Norden gibt es kaum Flächen, auf denen sich Hunde ohne Leine frei bewegen können und genügend Auslauf erhalten. Viele Anwohnende wünschen sich schon länger mehr ausgewiesene Flächen für ihre Vierbeiner. Damit sich das endlich ändert, hat die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Bezirksparlament einen Antrag gestellt, um eine eingezäunte Hundewiese an der Wuhletalstraße zu errichten.
weiterlesen »
Weiterlesen »