Auf der gestrigen Mitgliederversammlung des Kreisverbands Marzahn-Hellersdorf von BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN haben wir uns der Frage gestellt, warum es (auch bei uns) weniger Frauen als Männer in der Kommunalpolitik gibt. Nun haben wir einige Ideen zur Frauenförderung entwickelt, die wir Schritt für Schritt umsetzen wollen.
Zu Gast war die erfahrene Frauenpolitikerin Karoline Killat aus dem Kreisverband Pankow. Karoline Killat hat unter anderem an der TU Dresden ein Büro für Frauen mit Kind eingerichtet und in Pankow die AG Frauen gegründet. Im Auftrag des Senats hat sie eine Studie über Frauen in der Kommunalpolitik verfasst.
Die Unterrepräsentanz von Frauen findet man in allen Politikbereichen und je weiter man auf die lokale Ebene geht, desto weniger Frauen sind aktiv. Die Ursachen dafür sind sehr vielseitig: Zum einen gibt es immernoch traditionelle Rollenbilder, die eine politische Karriere für Frauen nicht vorsehen, manchmal liegt es jedoch auch an der fehlenden Zeit. Viele Frauen, die arbeiten, Kinder haben (insbesondere Alleinerziehende), können meist nicht die nötige Zeit für kontinuierliche politische Arbeit aufbringen. Häufig sind auch Männerstrukturen im Weg: Dabei geht es nicht nur um Posten, sondern auch um Wissen. Männerstrukturen neigen öfter dazu, ihr angeeignetes Wissen und ihre Posten an andere Männer weiter zu geben. Deshalb ist es für Frauen dann schwer gewisse Positionen einzunehmen. Sogar das Wahlsystem trägt einen Teil dazu bei, denn selbst Frauen neigen offenbar dazu, wenn es darum geht Personen zu wählen, Männer zu bevorzugen. Abhilfe verschafft hier die Wahl über Listen. Listen können einfach quotiert werden. Das Instrument Quote ist umstritten, denn häufig wird dagegen argumentiert, dass es Frauen zu Quotenfrauen mache, und vermeintlich besser qualifizierte Männer benachteilige. Fakt ist jedoch, dass durch die Quote bisher viele Gute Erfahrungen gemacht wurden, der Anteil der Frauen in quotierten Gremien deutlich gestiegen ist, und auch viele Männer im Nachhinein die Frauen in den Gremien als Bereicherung empfinden.
BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN verstehen sich schon immer als emanzipierte Partei und streiten für Geschlechtergerechtigkeit, doch auch in unserer Partei gibt es an einigen Stellen noch Unterrepräsentanz von Frauen. Das wollen wir ändern. Um nun mehr Frauen für die Kommunalpolitik zu gewinnen, wollen wir ein 3-Punkte-Programm umsetzen: Anwerben-Informieren-Halten. Dazu gehört beispielsweise ein regelmäßiges Neuentreffen, bei dem Abläufe und Begriffe erklärt werden, sowie persönliche Gespräche mit neuen Frauen, da die Parteikultur mit intensiven Diskussionen und vielen Fachbegriffen und Abkürzungen schnell abschreckend wirken kann. Auch Redebeiträge sollten quotiert und zeitlich begrenzt werden, um sicher zu stellen, dass Frauen auch zu Wort kommen. Eine ausgebildete Moderation kann hier sehr hilfreich sein. Eine mögliche Maßnahme kann auch das Angebot von Kinderbetreuung oder Kostenerstattung für Kinderbetreuung sein. In Pankow hat man damit bereits gute Erfahrungen gemacht.
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